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Indische Marine testet Turbojet-Gleittorpedo bis 250 km

Indische Marine testet Turbojet-Gleittorpedo bis 250 km

5. September 2026 von Michael Bauer

Die indische Marine plant, ein luftgestütztes Gleittorpedo mit Turbojet-Antrieb zu entwickeln, das über Distanzen von 150 bis 250 Kilometern hinweg Ziele unter Wasser angreifen kann. Das Projekt baut auf dem bewährten DRDO-SMART-System auf und soll künftig die Reichweite von Anti-U-Boot-Operationen erheblich erweitern, sodass Flugzeuge nicht mehr in die Nähe feindlicher Raketen gelangen müssen.

Technologischer Hintergrund: DRDO SMART-System

Die Forschungsorganisation Defence Research and Development Organisation (DRDO) hat mit dem SMART-Programm (Supersonic Missile-Assisted Release of Torpedo) ein bodengestütztes Hybridwaffensystem entwickelt. Das System nutzt eine zweistufige Feststoffrakete, um einen leichten Torpedo über fast 640 km zu transportieren, bevor dieser per Fallschirm ins Wasser gelassen wird.

„Der erfolgreiche Test am 01.05.2024 an der Küste von Odisha bestätigt, dass Indien bereits über die notwendige Technologie für luft- und wasserübergreifende Torpedofreisetzung verfügt.“ – Press Information Bureau, 2024

  • Reichweite des SMART-Trägersystems: ca. 640 km (2024)
  • Testdatum: 01.05.2024
  • Testort: Küste von Odisha

Konzept des luftgestützten Turbojet-Gleittorpedos

Das geplante Luftwaffentorpedo kombiniert einen konventionellen Leichttorpedo mit einem Turbojet-Antrieb, der eine Flugphase von bis zu 10 Minuten ermöglicht. Während dieser Phase legt das System 150-250 km zurück, bevor es über dem Zielgebiet vom Luftfahrzeug getrennt wird und in das Wasser eintaucht.

  • Reichweite: 150-250 km (geplant für 2026)
  • Flugzeit bis Wasserberührung: bis zu 10 Minuten
  • Abwurf von Kampfflugzeugen oder autonomen Drohnen möglich

Durch den Turbojet-Antrieb wird die Reichweite im Vergleich zu rein raketenbasierten Systemen deutlich erhöht.

Vergleich mit internationalen Systemen: Boeing HAAWC

Die US-Marine setzt das HAAWC-Gleittorpedosystem auf der P-8A Poseidon ein. Das System verwendet klappbare Gleitflügel, die ein Standardtorpedo aus einer Höhe von bis zu 9.100 m abwerfen. Der Gleitflug dauert etwa 7-10 Minuten, bevor das Torpedo ins Wasser fällt.

  • Abwurfhöhe: 9.100 m (2022)
  • Flugzeit bis Wasserberührung: 7-10 Minuten
  • Keine eigene Antriebseinheit, rein gleitend

Der indische Ansatz erweitert das Konzept, indem er einen eigenen Turbojet-Antrieb integriert und die mögliche Reichweite auf bis zu 250 km ausdehnt – ein signifikanter Schritt über die 9.100 m-Höhe des HAAWC hinaus.

Reichweite, Einsatzhöhe und Zeitrahmen

Die geplante Standoff-Reichweite des indischen Turbojet-Gleittorpedos liegt bei 150-250 km, mit einer vorgesehenen Einsatzhöhe, die den Abstand zu feindlichen Luftverteidigungssystemen vergrößert. Die Entwicklungsdauer bis zur Einsatzreife wird auf mindestens ein Jahrzehnt geschätzt, also etwa bis 2036.

  • Geplante Reichweite: 150-250 km (2026-Prognose)
  • Entwicklungszeit bis Einsatzreife: ≥10 Jahre
  • Ziel: Anti-Submarine-Missionen über das gesamte Indische Ozean-Gebiet
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Operationelle Risiken und Zielgenauigkeit

Bei einer Flugphase von bis zu 10 Minuten besteht das Risiko, dass ein Ziel-U-Boot während dieser Zeit Manöver ausführt und den Suchradius des Torpedos verlässt. Zusätzlich können Langzeitschleudereffekte in der Atmosphäre die Zielgenauigkeit verringern, da der Turbojet-Antrieb atmosphärische Turbulenzen stärker beeinflusst als reine Raketenantriebe.

  • Risiko: U-Boot-Manöver zwischen Abschuss und Wasserung
  • Risiko: Geringere Zielgenauigkeit durch Luftschleudereffekte

„Die erweiterte Reichweite erhöht die Sicherheit der Besatzung, birgt jedoch neue Herausforderungen bei der Zielverfolgung während der Flugphase.“ – Fachkommentar, IDRW, 2026

Schnellüberblick:

Von welcher Höhe kann ein HAAWC-modifiziertes Torpedo abgeworfen werden?

Das Boeing HAAWC-System erlaubt den Abwurf aus bis zu 9.100 Metern Höhe (Test 2022).

Wie wird die Genauigkeit des Torpedos auf Distanz gewährleistet?

Das System nutzt GPS-basierte Navigation in der Luftphase, gefolgt von aktiver Sonarverfolgung unter Wasser mit geringem akustischen Fingerabdruck.

Was unterscheidet den indischen Ansatz vom US-HAAWC?

Der indische Torpedo verfügt über einen eigenen Turbojet-Antrieb und kann bis zu 250 km zurücklegen, während das US-HAAWC ausschließlich auf Gleitflügel setzt und aus einer maximalen Höhe von 9.100 m abgeworfen wird.

Quellen

  • https://www.naval-technology.com/news/india-tests-supersonic-missile-assisted-release-of-torpedo-system/
  • https://www.flugrevue.de/militaer/boeing-haawc-gleittorpedo-einsatzfaehig/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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