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Embention stellt Veronte KAI 2.0 für GPS-freie Drohnen vor

Embention stellt Veronte KAI 2.0 für GPS-freie Drohnen vor

16. September 2026 von Anna Schröder

Embention präsentiert den Veronte KAI 2.0, einen ultraleichten Flugsteuerungscomputer, der autonome Einweg-Angriffsdrohnen und Flugabwehrplattformen in stark gestörten GNSS-Umgebungen zuverlässig steuern soll. Mit einem Gewicht von nur 190 g, einer dreistufigen PNT-Architektur und einer dual-Kamera-Vision-Lösung ermöglicht das System präzise Navigation und Zielerfassung ohne GPS-Signal.

Dreistufige Positioning-Navigation-Timing-Architektur

Der Veronte KAI 2.0 verwendet eine modulare, drei-schichtige PNT-Architektur. Jede Schicht kann konfiguriert werden, um den spezifischen Missionsanforderungen gerecht zu werden. Die Architektur kombiniert:

  • Inertial Measurement Unit (IMU) mit 40 g-G-Kraft-Toleranz und einer maximalen Drehratenerfassung von 2.000 °/s.
  • Optische KI-Sensorik, die über zwei getrennte Kameras die kontinuierliche Positionsbestimmung und die Zielidentifikation übernimmt.
  • Zusätzliche Datenquellen aus Low-Earth-Orbit-Satelliten (LEO) und 4G-Mobilfunknetzen, die ein bis zu 1.000-fach stärkeres Signal als herkömmliche GNSS-Systeme liefern.

„Das System nutzt eine dreischichtige PNT-Architektur, die es ermöglicht, die Flugführung flexibel an verschiedene Einsatzszenarien anzupassen“, erklärt Embention.

Dual-Kamera-Architektur für Navigation und Zielerfassung

Die visuelle Navigation des KAI 2.0 beruht auf einer Dual-Kamera-Konfiguration, die 2026 eingeführt wurde:

  • Eine Kamera übernimmt den optischen Fluss, SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) und Terrain-Map-Matching für die en-route Navigation.
  • Die zweite Kamera nutzt Edge-KI, um Ziele zu identifizieren und die finale Lenkung in der Terminal-Phase zu steuern.

Durch diese Trennung lassen sich Rechenaufwand und Fehlertoleranz optimal verteilen, was die Präzision auch bei GPS-Ausfall erhöht.

Sicherheitsstandards nach DO-178C, DO-254 und ARP4761

Der Autopilot ist nach den strengen US-NDAA- und Blue-UAS-Vorgaben zertifiziert und erfüllt die internationalen Luftfahrtnormen:

  • Software-Zertifizierung nach DO-178C.
  • Hardware-Zertifizierung nach DO-254.
  • Sicherheitsniveau Level A nach ARP4761 – die höchste Anforderung für Flugzeug-Software-Reliabilität.

„Der Veronte KAI 2.0 entspricht den höchsten westlichen Zertifizierungsstandards und ermöglicht den direkten Verkauf an NATO-Staaten ohne Lizenz- oder Zollhindernisse“, betont Embention.

Betriebsspannung, Temperaturbereich und Fertigung

Der Computer unterstützt eine flexible Spannungsversorgung von 12 V bis 54 V DC, wodurch er sich leicht in Systeme mit energieintensiven Komponenten wie KI-Rechnern oder zusätzlichen Sensoren integrieren lässt. Der zulässige Betriebstemperaturbereich reicht von -40 °C bis +60 °C.

Die Fertigung erfolgt in Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA, um souveräne Beschaffungsanforderungen verschiedener Länder zu erfüllen.

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Risiken und Gegenmaßnahmen

Obwohl das System hochgradig resilient ist, gibt es potenzielle Schwachstellen:

  • Optische Navigation: Bei schlechtem Wetter, wenig Textur oder schwierigen Geländebedingungen kann die Kamerabasierte Positionsgewinnung an Präzision verlieren.
  • Zivile Kommunikationsinfrastruktur: In intensiven Konfliktszenarien können 4G-Netze und LEO-Satelliten blockiert oder gestört werden.
  • Komplexer Fertigungsablauf: Die Integration von KI-Sensoren und verschlüsselter Software erfordert hohe Fertigungsqualität und kann zu Engpässen führen.

Zur Risikominimierung setzt Embention auf automatisierte Testverfahren, verschlüsselte Firmware (AES-256) und einen Zero-ize-Mechanismus, der bei Systemreset oder Kollision sensible Missionsdaten automatisch löscht.

Schnellüberblick:

Wie viel wiegt der Veronte KAI 2.0?

190 g.

Welche G-Kraft kann die IMU tolerieren?

Bis zu 40 g.

Wie hoch ist die maximale Drehratenerfassung?

2.000 °/s.

Welche Spannungsversorgung wird unterstützt?

12 V bis 54 V DC.

Warum werden zwei Kameras eingesetzt?

Die geteilte Architektur trennt die Aufgaben der Positionsbestimmung und Zielerkennung, wodurch sich Rechenaufwand und Fehlertoleranz optimal verteilen lassen.

Was bedeutet die Konformität mit US-NDAA und Blue-UAS?

Sie verhindert den Einsatz von Komponenten aus verbotenen Ländern (z. B. China) und erlaubt den direkten Verkauf an westliche Streitkräfte ohne Zoll- oder Lizenzbarrieren.

Wie sicher sind die Missionsdaten bei einem Erfangriss?

Das System nutzt AES-256-Verschlüsselung und einen automatisierten Data-Wipe, der sensible Daten beim Systemreset oder bei Kollisionsdetektor zerstört.

Quellen

  • https://www.unmannedsystemstechnology.com/feature/precision-resilience-in-contested-airspace-with-veronte-autopilot-kai/
  • https://www.embention.com/news/veronte-kai-fcc-mspo-2026/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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