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SM-39 Razor: Stavatti Aerospace’s Konzept für das US‑Navy‑NCAD‑Programm

SM-39 Razor: Stavatti Aerospace’s Konzept für das US‑Navy‑NCAD‑Programm

24. März 2026 von Michael Bauer

Stavatti Aerospace stellt mit dem SM-39 Razor einen konzeptionellen sechsten-Generation-Trägerjäger für das US-Navy -Programm Next Carrier Air Dominance (NCAD) vor. Das Flugzeug soll die F/A-18E/F Super Hornet ab den 2030er-Jahren ersetzen und kombiniert ein radikales Triple-Fuselage-Design mit extrem hohen Geschwindigkeiten, Stealth-Eigenschaften und einer modularen Bewaffnungsarchitektur. Alle genannten Daten stammen aus den von Stavatti veröffentlichten Linecards und einer Berichtserstattung von Army Recognition.

Das NCAD-Programm und die Zielsetzung der US-Marine

Das NCAD-Programm ist das Nachfolgeprojekt der US-Marine für Trägerjäger. Es legt den Fokus auf:

  • Stealth-fähige Plattformen mit geringer Radar-Cross-Section
  • Supercruise-Fähigkeit (Überschallflug ohne Nachbrenner)
  • Integration von hochmodernen Waffen, inkl. Directed-Energy-Systemen
  • Modulare Cockpits für bemannte, tandem-besetzte und vollständig autonome Einsätze

Stavatti positioniert den SM-39 Razor als direkte Antwort auf diese Anforderungen.

SM-39 Razor – Technische Eckdaten im Überblick

  • Maximale Geschwindigkeit: > Mach 4 in FL 900 (ca. 30 km Höhe)
  • Supercruise: > Mach 3,7 in FL 650
  • Steigleistung: 99 485 ft/min bei TCW
  • Flügelspannweite: 53 ft
  • Maximales Startgewicht (MTOW): 100 000 lbs (≈ 45 360 kg)
  • Reichweite (Ferry Range): 5 000 nm
  • Maximale Nutzlast: 25 000 lbs (≈ 11 340 kg)
  • Bewaffnung: M61A2-20 mm-Kanone (1 000 Schuss), interne Waffenbunker (5 000 lbs vorn, 12 000 lbs mittig), kompatibel mit Directed-Energy- Laser von Northrop Grumman
  • Avionik: Raytheon AESA- Radar, modulare Cockpit-Varianten (single-seat, tandem-seat, fully-autonomous)
  • Antrieb: Twin-Engine-Anlage (GE-basierte Kerntechnologie + Stavatti NeoThrust E1400)

Geschwindigkeit und Reichweite

Der SM-39 Razor soll in großer Höhe (FL 900) Geschwindigkeiten von über Mach 4 erreichen – das entspricht etwa 4 900 km/h (3 050 mph). Im normalen Einsatz kann das Flugzeug mit mehr als Mach 3,7 supercruisen, also ohne Nachbrenner, fliegen. Diese Werte liegen deutlich über den derzeitigen Fähigkeiten der F/A-18E/F Super Hornet und stellen einen wesentlichen Schritt in Richtung hyperschallfähiger Trägerjäger dar.

Antrieb und Flugzeugstruktur

Die Antriebseinheit kombiniert fortschrittliche Triebwerke von General Electric mit dem hauseigenen NeoThrust E1400. Das Triple-Fuselage-Layout verteilt Triebwerke, Treibstofftanks und Avionik auf drei separate Rümpfe, was den Wellenwiderstand bei Überschall reduziert und gleichzeitig Platz für interne Waffenbunker schafft. Die zentrale Fuselage beherbergt das Radar, das Cockpit und die Haupt-Waffenbunker, während die seitlichen Rümpfe Triebwerke und zusätzliche Treibstoffkapazitäten aufnehmen.

Bewaffnung und Avionik

Der SM-39 Razor verfügt über zwei interne Waffenbunker mit einer kombinierten Nutzlast von 17 000 lbs (5 000 lbs vorne, 12 000 lbs mittig). Zusätzlich kann das Flugzeug externe Lasten bis zu 8 000 lbs tragen, um die maximale Nutzlast von 25 000 lbs zu erreichen. Die M61A2-Kanone liefert 1 000 Schuss 20 mm-Munition für den Luft-zu-Luft- und Luft-zu-Boden-Einsatz. Für zukünftige Konfliktszenarien ist das Flugzeug für Directed-Energy-Waffen (Laser) ausgelegt, die derzeit von Northrop Grumman entwickelt werden.

Die Avionik-Suite basiert auf einem Raytheon-AESA-Radar, das in der zentralen Fuselage integriert ist. Das modulare Cockpit unterstützt drei Betriebsmodi: rein bemannt (single-seat), tandem-besetzt für Missionen mit Sensor-Operator und vollständig autonom für unbemannte Einsätze.

Produktionsplan, Kosten und Skalierbarkeit

  • Geplante Flottengröße: mindestens 600 Flugzeuge
  • Einzelpreis: 85 Millionen USD (Programm-Ziel)
  • Historischer Flyaway-Cost: 90 Millionen USD (2017)
  • Gesamtkosten für 600 Einheiten: ca. 51 Milliarden USD
  • Lieferzeitraum: 2031 – 2037
  • Produktionskapazität: bis zu 200 Flugzeuge pro Jahr in einer neuen US-Produktionsstätte
  • Arbeitsplätze: rund 1 600 qualifizierte Stellen über zwei Jahrzehnte
  • Zusätzliche Infrastruktur: 50 Missions-Simulatoren für Training und autonome Operationen

Kritische Bewertung: Chancen und Risiken

Der SM-39 Razor ist ein reines Konzept – ein Prototyp oder offizielle Bestätigung durch die US-Marine liegen nicht vor. Wie Army Recognition betont, „das SM-39-Projekt ist ein reines Konzept ohne offizielle US-Navy-Bestätigung“. Die Leistungsangaben beruhen auf Hersteller-Simulationen und nicht auf realen Flugtests.

  • Chancen:
    • Innovatives Triple-Fuselage-Design könnte den Wellenwiderstand bei Überschall signifikant senken.
    • Modularer Cockpit-Ansatz ermöglicht flexible Einsatzprofile (manned, unmanned, tandem).
    • Integration von Directed-Energy-Waffen positioniert das Flugzeug an der technologischen Spitze.
  • Risiken:
    • Mach-4-Geschwindigkeit ist für Trägerjäger bislang ungeprüft; strukturelle Belastungen und thermische Belastungen könnten die Realisierbarkeit einschränken.
    • Kostenentwicklung: Die Differenz zwischen dem 2017-Flyaway-Cost (90 Mio. USD) und dem Programm-Ziel (85 Mio. USD) lässt auf mögliche Preissteigerungen durch Inflation und Entwicklungsrisiken schließen.
    • Wettbewerb: Etablierte Hersteller wie Boeing und Lockheed Martin dominieren das NCAD-Programm bereits mit eigenen Designs.

Eine realistische Bewertung muss daher sowohl die technologischen Innovationen als auch die fehlende operative Validierung berücksichtigen.

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Fazit

Der SM-39 Razor von Stavatti Aerospace präsentiert ein ambitioniertes Konzept für das zukünftige US-Navy-Trägerjägerprogramm NCAD. Mit einem radikalen Triple-Fuselage-Design, Mach-4-Geschwindigkeit, Supercruise-Fähigkeit und der Möglichkeit, Directed-Energy-Waffen zu integrieren, bietet das Flugzeug theoretisch einen bedeutenden Fortschritt gegenüber der aktuellen Super Hornet-Flotte. Gleichzeitig bleibt das Projekt ein reines Konzept ohne Prototypen und ohne offizielle Bestätigung durch die Marine. Die hohen Leistungsansprüche, insbesondere die Mach-4-Grenze, stellen technische Herausforderungen dar, während die Kostenentwicklung und der starke Wettbewerb durch etablierte Hersteller das finanzielle Risiko erhöhen. Ob der SM-39 Razor letztlich in die Flotte aufgenommen wird, hängt von der Fähigkeit ab, die ambitionierten Leistungsziele in verifizierbare Tests zu überführen und ein wirtschaftlich tragfähiges Produktions- und Betriebsmodell zu sichern.

Quellen

  • https://www.stavatti-aerospace.com/documents/SM-39_Razor_Linecard_USN_2023.pdf
  • https://www.stavatti-aerospace.com/documents/SM-39_Razor_Linecard_Qatar_Mar_2025.pdf
  • https://www.armyreco.com/articles/2026/01/28/us-stavatti-proposes-mach-4-sm-39-razor-fighter
  • https://www.stavatti-aerospace.com/documents/SM-39_Razor_Linecard_Nov_2017.pdf

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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