Splash Industries stattet Typhoon USV mit Airstrike Pack aus
Das kalifornische Start-up Splash Industries hat das 11-Fuß-Boot Typhoon um das neue Airstrike Pack erweitert. Das Modul erlaubt den seegestützten Start von Einweg-Angriffsdrohnen per Knopfdruck über das firmeneigene Splash-C2-System. Damit kombiniert das Unternehmen kostengünstige Überwasserdrohnen mit luftgestützten Wirkmitteln und eröffnet neue Möglichkeiten für maritime asymmetrische Kriegsführung und verteilte Logistik in umkämpften Küstengebieten.
Airstrike Pack: Offensiver Mehrwert für das Typhoon USV
Das Airstrike Pack ist ein mission-kritisches Add-on, das die Plattform von einem reinen Versorger zu einem Multi-Domain-Werkzeug macht. Kernpunkte des Moduls:
- Start von Einweg-Angriffsdrohnen (Loitering-Munition) auf Knopfdruck über Splash C2.
- Rugged-Construction und niedrige Systemkosten dank voll-in-house Entwicklung.
- Kompatibel mit wechselbaren Deck-Konfigurationen für unterschiedliche Missionen.
„By taking this vertically-integrated approach, we’re able to provide an industry-leading unmanned aerial vehicle deployment capability at a tenth of the price of our nearest competitor“, erklärte ein Sprecher von Splash Industries.
Produktionsökonomie und vertikale Integration von Splash Industries
Seit der Gründung im Jahr 2024 in Inglewood, Kalifornien, verfolgt das Unternehmen einen radikalen Fertigungsansatz. Alle Kernkomponenten – Rumpf, Elektronik, Sensorik und Autonomie-Software – werden im Haus entwickelt und gefertigt.
- Montagedauer: Das 3,4 m-lange Boot wird in etwa acht Stunden vollständig zusammengebaut.
- Basispreis: Das Basissystem kostet rund 30.000 USD, was etwa ein Zehntel der Kosten traditioneller Militärplattformen entspricht.
- Nutzlastkapazität: 300 lb (ca. 136 kg) reguläre Zuladung, ausreichend für mehrere Loitering-Munitions-Einheiten.
Durch die kurze Endmontagezeit und die niedrigen Stückkosten kann das Typhoon USV in Serie gefertigt und schnell in Einsatzgebiete gebracht werden.
RIMPAC 2026: Autonomer Andock- und Logistikeinsatz mit der USS Essex
Während der Rim of the Pacific (RIMPAC) 2026 demonstrierte das Typhoon USV einen vollautonomen Andockvorgang im Well-Deck der amphibischen Angriffsschiffes USS Essex (LHD-2). Das Manöver war Teil eines geschlossenen 3D-Druck- und Nachschubkreislaufs, geleitet vom Consortium for Advanced Manufacturing Research and Education (CAMRE) der Naval Postgraduate School.
- Das USV lieferte an Land gedruckte Ersatzteile zum Kriegsschiff.
- Auf See wurden 3D-gedruckte Drohnenteile zurück an das Festland transportiert, um dort Flugtests zu ermöglichen.
- Das Boot operierte bei Seegang bis Stufe 6, trotz seiner kompakten Größe.
„The USV maneuvered around the amphibious assault ship, crossed its wake, and entered the flooded well deck without commands over radio or satellite links“, berichtete Navy Leaders über das Manöver.
Technische Leistungsdaten des Typhoon USV
- Maximale getestete Geschwindigkeit: > 70 Knoten (ca. 130 km/h).
- Reichweite: bis zu 600 Seemeilen (1 111 km).
- Einsatzfähigkeit: Seegang bis Stufe 6.
- Antrieb: Wasserstrahl-Jetantrieb, der schnelle Manöver ermöglicht.
- Kommunikation: Splash C2 für Drohnenstart, jedoch abhängig von stabilen Funk- und Datenverbindungen.
Herausforderungen und Gegenmaßnahmen
Obwohl das System erhebliche Vorteile bietet, gibt es kritische Punkte:
- Geringe Nutzlastbeschränkung: Mit 136 kg Gesamtpayload ist die Anzahl und Größe der mitgeführten Einweg-Drohnen begrenzt, was den Einsatz gegen stark gepanzerte Ziele einschränkt.
- Verwundbarkeit der Funk- und Datenverbindungen: Der dynamische Drohnenstart erfordert robuste C2-Links; in elektronisch gestörten Umgebungen (EW) kann die Kommunikation ausfallen.
Zur Risikominimierung empfiehlt Splash Industries redundante Kommunikationswege und den Einsatz von Schutzmaßnahmen wie Frequenz-Hopping und Verschlüsselung.
Schnellüberblick:
Welche Drohnentypen kommen im Airstrike Pack zum Einsatz?
Splash Industries hält die exakten Spezifikationen, Maße und Sprengkopfgewichte der Einweg-Angriffsdrohnen derzeit noch unter Verschluss.
Was unterscheidet das Typhoon USV von herkömmlichen Militärbooten?
Der Jetantrieb, eine Bauzeit von nur acht Stunden und ein Einstiegspreis von rund 30.000 USD ermöglichen eine Massenfertigung zur Absicherung von Küsten- und Logistikoperationen ohne Risiko für menschliche Besatzungen.
