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Entwicklung der deutschen Artillerietechnologie – Produktion der 122-Millimeter-Trainingsrakete von Diehl Defence

Entwicklung der deutschen Artillerietechnologie – Produktion der 122-Millimeter-Trainingsrakete von Diehl Defence

23. April 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die deutsche Rüstungsindustrie steht an einem Wendepunkt: Diehl Defence hat die Serienproduktion der 122-Millimeter-Trainingsrakete aufgenommen. Die neue Rakete, ausgestattet mit einer innovativen Effektladung, markiert den ersten Abschuss auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow seit mehr als drei Jahrzehnten. Damit wird nicht nur die Artillerietechnologie der Bundeswehr modernisiert, sondern auch die strategische Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gestärkt.

Produktion der 122-Millimeter-Trainingsrakete

Diehl Defence startet die Fertigung einer Trainingsrakete, die speziell für das Raketenartillerie-Werfersystem MARS 3 (EuroPULS) konzipiert wurde. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Serienproduktion seit 2026
  • Entwicklung in Kooperation mit Elbit Systems Land (Israel)
  • Erster Live-Firing-Test am Truppenübungsplatz Altengrabow
  • Kompatibilitätsnachweis für zukünftige Bundeswehr-Waffensysteme

Technische Innovation: Neuartige Effektladung

Ein zentrales Merkmal der neuen Trainingsrakete ist der von Diehl Defence entwickelte Gefechtskopf mit einer neuartigen Effektladung. Diese erzeugt visuelle und akustische Effekte – Knall, Blitz und Rauch – ohne Brandgefahr auf dem Übungsgelände. Die Effektladung dient ausschließlich Trainingszwecken und erhöht die Sicherheit für Soldaten und das Umfeld.

„Der erfolgreiche Abschuss der 122-Millimeter-Trainingsrakete, verschossen vom MARS 3 auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, ist ein Meilenstein. Er bestätigt die volle Kompatibilität zwischen unseren Trainingsraketen und dem Werfersystem und eröffnet gleichzeitig neue Wege für die in Deutschland hergestellte Artillerietechnologie“, erklärt Gunnar Pappert, Leiter Produktbereich Heeressysteme bei Diehl Defence.

Erster Abschuss seit über 30 Jahren – Altengrabow

Der Abschuss am Truppenübungsplatz Altengrabow war der erste einer deutschen Trainingsrakete dort seit mehr als 30 Jahren. Das Ereignis fand vor einem internationalen Fachpublikum statt und wurde von hochrangigen Vertretern des Verteidigungsministeriums sowie von Militärs und Beschaffungsbehörden begleitet. Der Test bestätigte die aerodynamische Auslegung der Rakete und die niedrigen Trefferablagen, die bereits in Vorversuchen in Israel (2025) und den Vorschüssen im Februar 2026 erzielt wurden.

Internationale Kooperation mit Elbit Systems Land

Die Zusammenarbeit zwischen Diehl Defence und dem israelischen Unternehmen Elbit Systems Land verdeutlicht die wachsende Bedeutung internationaler Partnerschaften in der Verteidigungsindustrie. Durch die Kombination deutscher Fertigungskompetenz und israelischer Systemexpertise konnte eine marktreife Lösung entwickelt werden, die sowohl aktuelle als auch zukünftige Anforderungen der Bundeswehr erfüllt.

  • Gemeinsame Entwicklung bestehender Komponenten
  • Integration in das MARS 3-System
  • Unterstützung durch 12 internationale Verteidigungskooperationen (2022)
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Rüstungsbudget der Bundeswehr und strategische Bedeutung

Das Bundesverteidigungsbudget beträgt im Jahr 2023 insgesamt 53 Milliarden Euro. Dieses steigende Budget ermöglicht Investitionen in innovative Technologien wie die neue Trainingsrakete und stärkt die Ausbildungskapazitäten der Streitkräfte.

  • Rüstungsbudget 2023: 53 Mrd. € (Quelle S1)
  • Anzahl internationaler Verteidigungskooperationen 2022: 12 (Quelle S2)

Die Betonung auf Rüstungsprojekte verdeutlicht, dass die 122-Millimeter-Trainingsrakete nicht isoliert, sondern im Kontext einer umfassenden Modernisierungsstrategie steht.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Ein möglicher Gegenpunkt ist die technologische Abhängigkeit von internationalen Partnern. Die Zusammenarbeit mit Elbit Systems Land könnte zu einer Anfälligkeit für politische und wirtschaftliche Veränderungen führen. Dennoch wird diese Abhängigkeit durch die Diversifizierung von Kooperationen und die Einbindung nationaler Fertigungskapazitäten gemindert.

  • Technologische Abhängigkeit von internationalen Partnern
  • Relevanz: Politische und wirtschaftliche Schwankungen können Projekte beeinflussen
  • Gegenmaßnahme: Kombination aus nationaler Produktion und breitem Kooperationsnetzwerk

FAQ zur Effektladung

Wie wird die Effektladung der Trainingsrakete hergestellt?

Die Effektladung wurde speziell von Diehl Defence entwickelt, um visuelle und akustische Effekte zu erzeugen, ohne Brandgefahr zu verursachen. Sie stellt damit innovative Sicherheitsmaßnahmen für die militärische Ausbildung dar.

Zusätzliche Kontextinformationen

Die Wiederbelebung der deutschen Artillerieproduktion, reflektiert durch die Einführung der neuen 122-Millimeter-Trainingsrakete, engt sich nicht nur an lokale Entwicklungen an, sondern steht auch im Kontext des steigenden Rüstungsbudgets der Bundeswehr von 53 Milliarden Euro für 2023. Diese Investitionen konzentrieren sich stark auf innovative Technologien, die die militärische Ausbildung revolutionieren könnten.

Darüber hinaus hebt die Kooperation zwischen Diehl Defence und dem israelischen Unternehmen Elbit Systems Land die Notwendigkeit internationaler Partnerschaften in der Verteidigungsindustrie hervor. Mit einem wachsenden Netzwerk von 12 internationalen Kooperationen zeigt die Bundeswehr, dass sie bestrebt ist, die Innovationskraft ihres Militärs zu sichern und gleichzeitig auf globalen Standards aufzubauen.

Fazit

Die Produktion der 122-Millimeter-Trainingsrakete ist ein signifikanter Schritt für die Modernisierung der deutschen Artillerietechnologie. Durch die Kombination aus technischer Innovation, internationaler Zusammenarbeit und einem gestärkten Rüstungsbudget wird die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands nachhaltig verbessert. Trotz möglicher Risiken durch technologische Abhängigkeiten bleibt die strategische Bedeutung der Rakete für Ausbildung und zukünftige Waffensysteme unbestritten.

Quellen

  • https://www.bmvg.de/de/ausgaben-und-haushalt
  • https://www.bmvg.de/de/internationale-kooperationen

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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