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EuroPULS stärkt Deutschland als europäisches Produktionszentrum für Raketenartillerie

EuroPULS stärkt Deutschland als europäisches Produktionszentrum für Raketenartillerie

26. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Elbit Systems etabliert sich Deutschland als zentrales europäisches Produktionszentrum für das Raketenartilleriesystem EuroPULS. Der Schritt stärkt die europäische Rüstungsautonomie, ermöglicht schnelle Nachlieferungen für die Ukraine-Hilfen und schafft eine lokale Lieferkette für Abschussrampen und Munition, die NATO-Verbündeten zur Verfügung steht.

EuroPULS als europäisches Produktionszentrum

Im Februar 2025 erhielt Elbit einen Auftrag der Bundeswehr im Wert von 57 Millionen US-Dollar für fünf EuroPULS-Prototyp-Abschussvorrichtungen, die an deutsche C4I-Systeme angepasst wurden. Diese Prototypen ersetzen die an die Ukraine gelieferten MARS-II-Systeme und ebnen den Weg für Folgeaufträge im Rahmen des Programms „Future System Indirect Fire Long Range“.

Die Produktion wird durch ein Netzwerk deutscher Unternehmen unterstützt: KNKS Deutschland agiert als Systemintegrator, während Diehl Defence, MBDA Deutschland und Bayern Chemie die Fertigung von Raketenmotoren und Munitionstypen übernehmen. Durch diese Kooperation entsteht eine vollständig lokale Produktionskette – von Abschussrampen über Übungsgeschosse bis hin zu AT-2-Panzerabwehrvarianten.

Technische Spezifikationen des EuroPULS-Systems

EuroPULS unterstützt ein breites Kaliber-Spektrum von 122 mm bis 370 mm und erreicht maximale Reichweiten von bis zu 300 km, beispielsweise mit der Predator Hawk-Rakete. Die offene Architektur erlaubt die Integration von Pods bis zu 6,5 m und die Nutzung von Drittanbieter-Munition, darunter die Joint Fire Support Missile von MBDA.

  • Kaliberbereich: 122-370 mm (unterstützt Accular, EXTRA und Predator Hawk)
  • Maximale Reichweite: 300 km (Predator Hawk)
  • EXTRA-Raketen: Reichweite 150 km
  • Lenkung: GPS/INS für hohe Präzision
  • Montageplattformen: 8×8-IVECO-Trakker (kompatibel mit Oshkosh, RMMV, Tatra)

Ralf Ketzel, CEO von KNDS Deutschland, betonte:

„Die Technologie von Elbit trifft auf europäisches Know-how.“

Diese Aussage unterstreicht die strategische Bedeutung der Kombination aus israelischer Innovation und deutscher Fertigungsstärke.

Geplante Beschaffungsvolumina und Zeitplan

Der Rahmenvertrag, den der Haushaltsausschuss im Dezember 2024 genehmigte, sieht bis zu 500 EuroPULS-Systeme vor. Davon sollen rund 250 Stück an die Bundeswehr gehen, die restlichen Systeme werden für Export und NATO-Partner bereitgestellt. Der Lieferstart für die Serienproduktion ist für 2026 geplant, unmittelbar nach Abschluss der Prototypentests 2025.

  • Geplante Gesamtzahl: bis zu 500 Systeme (2024-2030)
  • Bundeswehr-Anteil: ca. 250 Systeme
  • Erstzulieferung: 2026 (nach Prototypen 2025)
  • Internationale Partner: Niederlande (parallel Beschaffung), Interesse aus Griechenland

Kooperationspartner und lokale Munitionsproduktion

Die lokale Fertigung wird durch mehrere deutsche Unternehmen gewährleistet:

  • KNDS Deutschland – Systemintegrator und Koordinator der Plattformintegration
  • Diehl Defence – Entwicklung und Produktion von Raketenmotoren
  • MBDA Deutschland – Bereitstellung von Fremdmünition und Joint Fire Support Missile
  • Bayern Chemie – Chemische Komponenten für Raketenmotoren und Varianten bis 150 km Reichweite

Durch diese Partnerlandschaft kann Deutschland nicht nur die eigenen Bedarf decken, sondern auch als Hub für NATO-Verbündete fungieren, die von einer resilienten Lieferkette profitieren.

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Risiken und Prüfungen

Die Beschaffung unterliegt den Prüfungen des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Diese können zu Verzögerungen führen, insbesondere bei Zulassungen und Zertifizierungen. Zudem befinden sich die hohen Stückzahlen (über 100 Systeme) noch in Verhandlung und sind nicht endgültig genehmigt; die Haushaltsausschuss-Entscheidung im Dezember 2024 stellt den ersten Schritt dar.

Häufig gestellte Fragen

Wann werden die ersten EuroPULS-Systeme geliefert?

Die fünf Prototypen sollen 2025 ausgeliefert werden, die Folgesysteme folgen ab 2026. Erfolgreiche Tests in Norwegen 2025 bestätigen diesen Zeitplan.

Welche Partner produzieren Munition lokal?

KNDS Deutschland (Integrator), Diehl Defence, MBDA Deutschland und Bayern Chemie sind für die lokale Fertigung von Munitionstypen, inklusive EXTRA-Raketen (150 km Reichweite), verantwortlich.

Ist EuroPULS mit HIMARS vergleichbar?

Ja, EuroPULS ist mit neueren HIMARS-Versionen vergleichbar, da beide Präzisionslenkung und Modularität bieten. EuroPULS unterscheidet sich durch eine offene Architektur, die europäische Fremdmünition integriert.

Fazit

EuroPULS positioniert Deutschland als zentrales europäisches Produktionszentrum für moderne Raketenartillerie. Die Kombination aus technischer Vielseitigkeit, lokaler Munitionsfertigung und klar definierten Beschaffungsvolumina stärkt die europäische Rüstungsautonomie und ermöglicht schnelle Unterstützung für die Ukraine sowie für NATO-Verbündete. Trotz regulatorischer Prüfungen und noch nicht finalisierten Stückzahlen bietet das Projekt erhebliche Skaleneffekte und schafft langfristige Perspektiven für die deutsche Rüstungsindustrie.

Quellen

  • https://hardthoehenkurier.de/raketenartilleriesystem-puls-fuer-bundeswehr-ausgewaehlt/
  • https://defence-network.com/vertragsabschluss-bundeswehr-bekommt-europuls/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/PULS_%28Mehrfachraketenwerfer%29
  • https://www.youtube.com/watch?v=GImNOVtkvDQ
  • https://defence-network.com/ueber-100-mars-3-euro-puls-deutschland/
  • https://www.hartpunkt.de/elbit-will-deutschland-zum-produktionshub-fuer-das-raketensystem-puls-machen/

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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