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Kraken und Saab entwickeln USV K3 SCOUT mit Giraffe-1X Radar

Kraken und Saab entwickeln USV K3 SCOUT mit Giraffe-1X Radar

6. Oktober 2026 von Anna Schröder

Kraken Technology Group und Saab UK haben in weniger als sieben Monaten ein autonomes Überwasserfahrzeug (USV) entwickelt, das das leichte X-Band-AESA-Radar Giraffe 1X integriert. Das Ergebnis, das K3 SCOUT, kombiniert hohe Geschwindigkeit, lange Seeausdauer und eine modulare Nutzlastkapazität, um maritime Drohnen und Luftziele frühzeitig zu erkennen und zu verfolgen.

Technische Daten des Giraffe-1X Radars

  • Instrumentierte Erfassungsreichweite: 75 km (X-Band, 2026)
  • Topside-Antennengewicht: < 150 kg, davon ca. 100 kg Antenneneinheit (2026)
  • Drehrate der Radarabdeckung: 60 U/min – komplette 360-Grad-Volumenabtastung pro Sekunde (2026)
  • ELSS-Algorithmen (Enhanced Low, Slow and Small) filtern Meeres-Clutter und unterscheiden Drohnen zuverlässig von Vögeln (Saab 2026)

Leistungsfähigkeit und Seeerprobung des K3 SCOUT USV

Das K3 SCOUT erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 55 Knoten und verfügt über eine Reichweite von 650 Seemeilen bei einer Marschgeschwindigkeit von 25 Knoten. Die Plattform kann bis zu 30 Tage ohne Rückkehr zur Basis auskommen und trägt bis zu 600 kg modulare Nutzlast. In den Seeversuchen wurden das Radar und die autonome Steuerung unter realen Seebedingungen getestet, wobei das System kleinste, langsam fliegende Drohnen sowie Artillerie- und Raketenträger zuverlässig identifizierte.

„Kraken und Saab UK’s prototype ‚drone seeker‘ vessel is exactly what the K3 SCOUT was designed to do: integrate with mission-relevant payloads to then operate in austere maritime environments“, erklärt Mal Crease, CEO und Gründer von Kraken Technology Group. „This… reflects the strength of our partnership, the maturity and flexibility of our respective technologies, and our ability to respond at pace to the evolving threat landscape and needs of our customers“, ergänzt Andy Fraser, Managing Director von Saab UK.

Modulare Nutzlast und Einsatzkonzept – der „Hybrid Navy“-Ansatz

Das K3 SCOUT ist für eine Nutzlast von über 600 kg ausgelegt, wodurch verschiedene Sensoren, Kommunikationsmodule oder Effektoren in die Missionsbucht integriert werden können. Im Rahmen von „Project Beehile“ wurde das Boot bereits erfolgreich per Fallschirm aus einem Airbus A400M abgeworfen, was eine schnelle Verlegung in entlegene Seegebiete ermöglicht und das Konzept einer gemischten Flotte aus bemannten und unbemannten Einheiten („Hybrid Navy“) unterstützt.

Nach dem fünften Absatz (nach der Erwähnung des ‚Hybrid Navy‘-Ansatzes) einfügen.

Die modulare Bauweise erlaubt es, das USV in ein maritimes Führungsnetzwerk einzubinden, Radarspuren in Echtzeit an übergeordnete Gefechtsstände zu übermitteln und so die Luftverteidigung von Flottenverbänden zu erweitern, ohne zusätzliche Besatzungen zu gefährden.

Industrielle Skalierung und Serienfertigung

Durch ein Joint Venture zwischen Kraken Technology Group und Rheinmetall (Rheinmetall Kraken GmbH) wird die Produktion des K3 SCOUT in den Werken von Blohm+Voss in Hamburg sowie am britischen Standort Fareham vorbereitet. Die geplante Fertigungskapazität liegt zwischen 200 und 1 000 Einheiten pro Jahr, was das Projekt von einem reinen Forschungsprototyp zu einer industriell skalierbaren Rüstungslösung macht.

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Risiken und Grenzen des Systems

  • Kein eigener Abfang- oder Wirkmittel: Das USV dient ausschließlich der Aufklärung und Frühwarnung; die Bekämpfung entdeckter Drohnen muss durch externe Effektoren erfolgen.
  • Abhängigkeit von stabilen Datenlinks: Störanfällige taktische Kommunikationskanäle können die Übermittlung von Radarspuren an die Leitstelle beeinträchtigen.

Schnellüberblick:

Kann das USV feindliche Drohnen auch selbst abschießen?

Nein, der Prototyp ist rein als Aufklärungs- und Frühwarnplattform konzipiert. Er übermittelt Zieldaten an übergeordnete Gefechtsstände oder bemannte Kriegsschiffe, die anschließend die Bekämpfung einleiten.

Wie meistert das Radar die schwierigen Bedingungen auf See (Wellengang, Gischt)?

Das Giraffe 1X nutzt AESA-Technologie im X-Band sowie die ELSS-Softwarefunktion, die Störsignale wie Seegang-Clutter und Vögel filtert und selbst tief anfliegende Mini-Drohnen zuverlässig erkennt.

Quellen

  • https://www.saab.com/products/giraffe-1x
  • https://www.navalnews.com/naval-news/2026/10/kraken-and-saab-uk-develop-pioneering-autonomous-drone-seeker-vessel/
  • https://www.naval-technology.com/projects/k3-scout-usv/
  • https://www.rheinmetall.com/en/media/news-watch/news/2026/04/2026-04-20-rheinmetall-kraken-gmbh-series-production

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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