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Garmr MRS – Die neue mittelstreckenfähige Drohnenabwehr von Diehl Defence

Garmr MRS – Die neue mittelstreckenfähige Drohnenabwehr von Diehl Defence

25. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Diehl Defence stellte auf der Messe Enforce Tac 2026 in Nürnberg das Garmr MRS vor – eine kampfwertgesteigerte Variante des Kinetic Defence Vehicle (KDV). Das System kombiniert mobile Drohnenabwehr mit einer Reichweite von über 70 km gegen NATO-Klasse-II-Drohnen und richtet sich damit an die wachsende Nachfrage nach kostengünstigen, flexiblen Lösungen in hybriden und hochintensiven Konflikten.

Kernmerkmale und Leistungsunterschiede zum Vorgängermodell

Im Vergleich zur bislang im Ukraine-Einsatz eingesetzten KDV-Variante, die mit einer Minigun nur Reichweiten von 1-1,2 km erreichte, erweitert das Garmr MRS die Einsatzreichweite um ein Vielfaches. Drei zentrale Unterschiede kennzeichnen die Weiterentwicklung:

  • Standard-Schnittstelle für Abfangdrohnen: Die Plattform kann sowohl die von Diehl Defence entwickelte Cicada (Dual-Use-Wirkmittel, >5 km, Netz- oder Sprengkopf) als auch die Hornet Block 2 von Destinus (>70 km) einsetzen. Weitere Effektoren lassen sich nach Kundenwunsch integrieren.
  • Leistungsfähigere Sensorik: Echodyne- Radar (USA) und Diehl-Optik decken einen Sektor von 120-360° ab, ermöglichen Tag- und Nachtdetektion bis 1 500 m und KI-gestützte Klassifikation bis 550 m.
  • Erweiterte Software-Architektur: Mehrere Garmr-Einheiten können im Verbund agieren und über eine neue Schnittstelle in übergeordnete Luftverteidigungssysteme eingebunden werden, sodass Ziele jenseits der eigenen Sensorreichweite bekämpft werden können.

Reichweite und Effektoren im Detail

Die Bezeichnung MRS steht für „Medium Range System“. Mit einer Reichweite von über 70 km kann das System NATO-Klasse-II-UAVs (<600 kg) neutralisieren. Im Gegensatz dazu bietet die Short-Range-Variante (SRS) mit der Cicada eine Reichweite von >5 km, wobei das Netz-Modul Ziele bis zu 5 km erfasst und kontrolliert zum Absturz bringt.

Sensorik und KI-Unterstützung

Die Kombination aus Echodyne-Radar und Diehl-Optik liefert eine Detektionsreichweite von bis zu 1 500 m bei Tag und Nacht, unabhängig von der Drohnengröße. Die KI-gestützte Analyse klassifiziert Ziele bereits ab 550 m und unterstützt den Bediener bei der Entscheidung, welche Abfangdrohne eingesetzt wird.

Modulare Plattform und Mobilität

Als Trägerplattform dient der Enok AB von ACS Armoured Car Systems GmbH, der auf der Mercedes-Benz-G-Plattform (Baureihe 464) basiert. Die Variante Enok AB/Caracal ist für Lufttransport in schweren Hubschraubern optimiert und bietet hohe Mobilität im Gelände. Die Bundeswehr führt die Plattform unter dem Namen „Caracal“ für die Luftlandetruppe ein, mit ersten Serienfahrzeugen, die 2026 ausgeliefert werden sollen.

Hybride Anwendungsbereiche – von militärischen bis zivilen Einsätzen

Durch die modulare Bauweise ist das Garmr MRS sowohl für den militärischen Raumschutz als auch für zivile Infrastruktur geeignet. Szenarien umfassen den Schutz von kritischen Einrichtungen, Evakuierungsverbänden und die Abwehr von Drohnen in hybriden Bedrohungslagen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GARMR SRS und MRS?

Die SRS-Variante nutzt die Cicada für Kurzstrecken-Abwehr (>5 km, Netz oder Sprengkopf). Das MRS erweitert die Reichweite auf >70 km und setzt zusätzlich Drohnen wie die Hornet Block 2 ein. Beide Systeme sind modular aufgebaut und können weitere Effektoren integrieren.

Welche Sensoren verwendet GARMR?

Das System kombiniert ein Echodyne-Radar aus den USA mit einer Diehl-Optik, die einen 120-360°-Sektor abdeckt. Die Detektion reicht bis 1 500 m bei Tag und Nacht, die KI-gestützte Klassifikation bis 550 m.

Ist GARMR bereits einsatzbereit?

Laut Diehl Defence kann das System sechs Monate nach Auftragserteilung geliefert werden. Die Lieferzeit hängt jedoch von kundenspezifischen Anpassungen, insbesondere der Integration gewünschter Abfangdrohnen, ab. Der Ukraine-Einsatz bezieht sich auf die Vorgängerversion des KDV.

Risiken und kritische Punkte

  • Lieferzeit von sechs Monaten ist abhängig von individuellen Kundenwünschen und kann zu Verzögerungen führen.
  • Frühere KDV-Konfigurationen (z. B. Minigun) hatten nur eine Reichweite von 1-1,2 km; die Skalierung auf Medium-Range erfordert umfangreiche Feldvalidierung, für die bislang keine öffentlichen Testdaten vorliegen.
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Zitat von Fachverantwortlichen

„Die Integration einer KI-gestützten Detektions- und Entscheidungsarchitektur ermöglicht es, Drohnen von Multicoptern bis zu Shahed- oder Lancet-Typen präzise zu klassifizieren und den Bediener optimal zu unterstützen.“ – Laut Diehl Defence, Prus 2026.

„Garmr ist in der nordischen Mythologie der Hund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht – ein passender Name für ein System, das den Luftraum vor feindlichen UAVs schützt.“ – Waldemar Geiger

Fazit

Das Garmr MRS stellt einen bedeutenden Schritt von der Kurzstrecken-Abwehr hin zu einer mittelstreckenfähigen, modularen Drohnenabwehr dar. Durch die Kombination aus leistungsstarker Sensorik, KI-Unterstützung und einer flexiblen Effektoren-Schnittstelle kann das System sowohl militärische als auch zivile Schutzaufgaben übernehmen. Die Möglichkeit, mehrere Einheiten im Verbund zu betreiben und in übergeordnete Luftverteidigungssysteme zu integrieren, erhöht die strategische Wirksamkeit erheblich. Trotz noch offener Fragen zur Feldvalidierung und potenziellen Lieferverzögerungen bietet das Garmr MRS eine zukunftsfähige Lösung für die wachsende Drohnenbedrohung.

Quellen

  • https://euro-sd.com/2026/02/news/exclusive-news/49488/kdv-becomes-garmr/
  • https://www.calibredefence.co.uk/enforce-tac-diehl-defence-shows-further-developed-variant-of-the-kinetic-defence-vehicle/
  • https://defence-industry.eu/diehl-defence-unveils-garmr-mobile-counter-uav-system-with-ai-at-enforce-tac-in-nurnberg-featuring-interceptor-drones/

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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